Was gibt's Neues?

"Wir brennen für vergessenen Birnensorten"

Edelbrandsommeliers hochkonzentriert bei der Arbeit: v. l. Andreas Franzl, 1. Vorsitzender Südostbayerischer Brennerverband, Hans-Georg Uhrlandt, Andreas Hau, Anton Huber, Andrea Westenthanner, Kreisfachberater Roman Pröll, Brigitte Schauer, 2. Vorsitzend
Edelbrandsommeliers hochkonzentriert bei der Arbeit: v. l. Andreas Franzl, 1. Vorsitzender Südostbayerischer Brennerverband, Hans-Georg Uhrlandt, Andreas Hau, Anton Huber, Andrea Westenthanner, Kreisfachberater Roman Pröll, Brigitte Schauer, 2. Vorsitzend

Hochkonzentriert waren am vergangenen Samstag sieben Edelbrandsommeliers zugange, um die sortenreinen Edelbrände aus unseren vergessenen Birnensorten zu verkosten. Dabei galt es, das Aroma, also Geruch und Geschmack der Birnenbrände differenziert zu beschreiben, denn manche Brände bringen neben dem eigentlichen Birnenaroma auch Nuancen fremder Aromen mit, wie etwa von Limette, Zimt, Kakao oder Honig. Letztlich werden anhand verschiedener Kriterien bis zu 100 Punkte vergeben.

 

Andreas Franzl, Brigitte Schauer und Andrea Westenthanner vom Südostbayerischen Brennerverband, die die Verwertungsversuche von Anfang an unterstützt haben, freuen sich mit dem Projektteam über durchweg hohe Bewertungen für die insgesamt 20 verkosteten Brände. Acht Brände sollen nun zur Edelbrandprämierung eingereicht werden, einem bayernweiten Wettbewerb, der nur alle zwei Jahre stattfindet. Mit den erreichten 90 und mehr Punkten haben die Brände von nur regional bekannten Sorten wie etwa der "Frauenbirne" aus Frasdorf oder der "Jakobibirne" aus Valley große Chancen auf eine Goldmedaille.

 

Auch der Rosenheimer Landrat Otto Lederer durfte als Gastgeber in die Rolle eines Verkosters schlüpfen und freute sich über die im wahren Wortsinne guten Ergebnisse. Er appellierte an alle Anwesenden, die Obstverwertung als zentralen Baustein für den Erhalt der artenreichen Streuobstbestände weiter zu fördern.

 

Impressionen

 

Ergebnisse

Besonders überzeugt haben sortenreine Brände aus folgenden Sorten:

  • "Frauenbirne", gefunden in der Gemeinde Tuntenhausen (RO)
  • "Jakobibirne", gefunden in der Gemeinde Valley (MB)
  • "Semmelbirne", gefunden in der Gemeinde Rohrdorf (RO)
  • "Honigbirne", gefunden in der Gemeinde Bernau (RO)
  • "Frauenbirne", gefunden in der Gemeinde Frasdorf (RO)
  • namenlose Birnensorte, gefunden in der Gemeinde Frasdorf (RO)
  • "Hirschbirne", gefunden in der Gemeinde Schönau (BGL)
  • "Kastenbirne", gefunden in der Gemeinde Wessobrunn (WM)
  • "Haferbirne", gefunden in der Gemeinde Weyarn (MB)
  • namenlose Birnensorte, gefunden in der Gemeinde Peißenberg (WM)

Wer sich für den Anbau unserer Brennbirnensorten interessiert, kann sich gerne bei uns melden. Zwar können wir erst ab 2024 Nachzuchten in größerer Anzahl in Auftrag geben, doch schon jetzt sammeln wir Interessenten und bieten Beratungen an.

 

Auch wenn Sie selbst Brenner sind und sich für die Verarbeitung unserer Sorten interessieren, können Sie sich bei uns melden. Wir stellen gerne einen Kontakt mit dem oder den Baumeigentümern her. Ab 2023 wird es voraussichtlich in unseren Sortenerhaltungsgärten in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land erste Früchte geben, sodass Sie auch dort die Sorten kennenlernen können.

Winterzeit - Veredelungszeit!

27. Januar 2022

Wenn Sie Nachwuchs von Ihrem alten Obstbaum im Garten haben möchten, ist jetzt noch Zeit (genau genommen bis Mitte/Ende Februar je nach Witterungsverlauf) Reiser, also einjährige Triebe für eine Nachzucht zu schneiden. Viele Obstbaumschulen bieten eine Auftragsnachzucht (auch Auftragsveredelung genannt) an. Wenden Sie sich daher bei Bedarf an Ihre nächstgelegene Obstbaumschule oder auch an Ihren örtlichen Gartenbauverein. Oft gibt es Personen in Ihrer unmittelbaren Nähe, die die Nachzucht für Sie durchführen können.

 

Das Beste ist aber: Veredeln ist kein Hexenwerk! Jeder kann diese alte Kulturtechnik erlernen. In unserem Projektgebiet bieten im April oder Anfang Mai alle Kreisverbände für Gartenkultur und Landespflege derartige Kurse an. Wollen Sie wissen, wie es bei so einem Kurs zugeht? Dann schauen Sie mal >> hier!

 

Pomologiekurse und Sortenbestimmung

Die Erntezeit hat begonnen und wieder ploppt die Frage auf, wie die Apfel- oder Birnensorte heißt, die an Ihrem Baum heranreift. Wir bieten Ihnen eine Sortenbestimmung an: am Montag, den 22. November 2021 können Sie ab 18 Uhr Ihre Fruchtproben im Boschnhaus in Vagen (Bruckmühl, Landkreis Rosenheim) Pomologen Hans-Joachim Bannier, einem der führenden deutschen Pomologen vorlegen. Für den Fall, dass Ihre Früchte nicht bis dahin warten können, nutzen Sie gerne den Bestimmungsservice des Kompetenzzentrums Obst am Bodensee sowie vom Bund Lemgo.

 

Für die Bestimmung benötigen wir 5 - 10 einwandfreie, vollreife und typisch ausgefärbte Früchte aus der Oberkrone. Bitte kein Fallobst, keine wurmstichigen oder anderweitig schadhaften Früchte. Bis zur Sortenbestimmung lagern Sie die Früchte am besten kühl, luftfeucht und in Papiertüten. 

 

Für Personen, die selbst Ihre Sortenkenntnisse verbessern wollen und das Handwerk der Pomologen kennenlernen wollen, veranstalten wir im November mehrere Pomologiekurse. In unserem Kurs in Vagen im Landkreis Rosenheim sind noch einzelne Plätze frei. Die Kurse in Benediktbeuern und Bergen sind schon ausgebucht. Für Vagen können Sie sich gerne noch bis zum 4. November anmelden. Für die anderen beiden Kurse können wir Ihnen lediglich einen Platz auf der Warteliste anbieten.

 

Hier geht es zum Einsteigerseminar in Benediktbeuern am 5. November >>

Hier geht es zum Einsteigerseminar in Bergen am 6. November >>

Hier geht es zum Einsteigerseminar im Vagen am 13. November >>

  

Wir waren im Fernsehen!

Zwei ganze Tage lang hat uns ein Filmteam des Bayerischen Fernsehens begleitet. Aus den Aufnahmen ist ein Beitrag für "Zwischen Spessart und Karwendel" entstanden, der am Samstag, den 2. Oktober gesendet wurde. Der Beitrag kann derzeit noch in der BR-Mediathek angesehen werden. Schauen Sie doch mal rein... 

 

Auch in der "Abendschau - im Süden" wurde kurz über uns berichtet. Auch diese Sendung können Sie in der BR-Mediathek noch anschauen. Hier geht's zur "Abendschau im Süden" vom 14.09.2021...

 

"Austropom 2021"

Zukunft des Streuobstes - Austropom 2021

Unsere Österreichischen Nachbarn bieten eine sehr interessante Veranstaltung zu verschiedenen Themen rund ums Streuobst an. Sie findet vom 22. bis 24. Oktober 2021 in Neumarkt in der Steiermark statt. Wir werden dort auch vertreten sein. Vielleicht kommen wir ja ins Gespräch....

 

Hier finden Sie nähere Informationen>>

Startschuss im Erhaltungsgarten Berchtesgadener Land

19. April 2021:

Mitstreiter des Projektes im Berchtesgadener Land: Josef Stein (Kreisfachberater), Andreas Buchwinkler (Eigentümer), Anton Kern (LPV), Georg Loferer (Pomologe), Andreas Lexhaller (Kreisverband Gartenkultur), Landrat Bernhard Kern
Mitstreiter des Projektes im Berchtesgadener Land: Josef Stein (Kreisfachberater), Andreas Buchwinkler (Eigentümer), Anton Kern (LPV), Georg Loferer (Pomologe), Andreas Lexhaller (Kreisverband Gartenkultur), Landrat Bernhard Kern

Mit der Veredelung von fünf Mehrsortenbäumen ist am 19.04.2021 der Startschuss für den Sortenerhaltungsgarten im Berchtesgadener Land gefallen. Bereits im vergangenen Herbst wurden drei Apfelbäume und zwei Birnbäume auf der "Hühnerwiese", einer landwirtschaftlichen Fläche in Haberland, Gemeinde Saaldorf-Surheim gepflanzt. Jetzt trafen sich die Verantwortlichen und Landrat Bernhard Kern, um die Bäume mit alten und neuen Standardsorten zu veredeln, sodass später, wenn die ersten Früchte der vergessenen Sorten geerntet werden können,  Vergleichsfrüchte zur Verfügung stehen.

 

Ab Herbst 2022 werden auf der Fläche insgesamt 100 Spindelbäume und 100 Hochstämme mit "vergessenen" und sehr seltenen Sorten gepflanzt. Vor allem die im Landkreis Berchtesgadener Land gefundenen Sorten werden hier eine neue Zukunft bekommen. Die Nachzucht erfolgt derzeit in der Obstbaumschule Schmitt in Poxdorf.

 

Kreisfachberater Josef Stein beim Veredeln
Kreisfachberater Josef Stein beim Veredeln

Das Besondere an dem Standort: Die Hühner des Flächeneigentümers Andreas Buchwinkler übernehmen die Unterwuchspflege! Sie "weiden" das Gras ab und vertilgen die Larven von Schadinsekten. Zugleich düngen sie den Boden. Im Gegenzug bieten die Bäume ihnen künftig Schatten und einen Schutz vor Greifvögeln. Eine klassische Win-Win-Situation also. Kreisfachberater Josef Stein sieht die Kombination "Hühnerobst" als "eine Form der Landwirtschaft der Zukunft, bei der man durch Doppelnutzung der Fläche Synergien nutzt".

 

Planung, Mittelakquise und Realisierung des Sortenerhaltungsgartens erfolgen mit wertvoller Unterstützung durch den Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land und den Kreisverband Gartenbau und Landespflege.

 

Wir freuen uns sehr, dass hier durch das Zusammenwirken zahlreicher Akteure eine Arche für unsere Sorten entstehen wird!

"Regionalschorle und Edel-Cidre - wie rentiert sich Streuobst?"

 

30.11.2020:

 

Der Bayerische Rundfunk hat am 11.11.2020 eine sehr interessante Radioreportage zum Thema Streuobstvermarktung gesendet. Sie können diese unter folgendem Link nachhören:

Sie finden darin auch wertvolle Impulse, wie Sie selbst als Verbraucher den Erhalt von alten Streuobstwiesen mit den darin lebenden geschützten Tierarten fördern können. Gemeinsam aktiv für die Biodiversität! Packen Sie's an!

Wir in Bayern...

12. Oktober 2020:

 

Das Bayerische Fernsehen sendet am Montag, den 12.10.2020 ein Interview mit unserem Pomologen Georg Loferer in der Sendung "Wir in Bayern". Ab 13.10.20 finden Sie die Sendung in der BR-Mediathek. Schauen Sie mal rein! 

Obstsorten kennenlernen

17. Oktober 2020:

 

Wer gerne unsere gängigen Streuobstsorten persönlich kennenlernen will, hat dazu eine gute Gelegenheit bei der Sortenausstellung zum Anlass des 100jährigen Jubiläums des Obst- und Gartenbauvereines Söchtenau am 17.10.2020. Kreisfachberater Harald Lorenz und Thomas Pummerer werden vor Ort für obstbauliche Fragen jeder Art zur Verfügung stehen.

 

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann auf dem Obst- und Kulturwanderweg mit Ausgangspunkt Rimsting oder Prien neben den Früchten auch die Wuchseigenschaften von insgesamt über 340 Obstsorten erkunden. 

Verwertungsversuche Edelbrand

August 2020:

 

Ein wichtiger Projektbaustein ist die Prüfung der Sorten "auf Herz und Nieren". Wie wüchsig sind die Sorten? Wie widerstandsfähig? Welche Eigenschaften haben die Früchte? Wie können sie effektiv verwertet werden?

 

Um sich diesen Fragen von der praktischen Seite her zu nähern, haben wir einige Bäume für einen Edelbrandversuch in Zusammenarbeit mit dem Südostbayerischen Brennerverband ausgewählt. Seit Anfang August ernten wir insbesondere Birnen und liefern diese an interessierte Brenner im ganzen Untersuchungsgebiet zur Herstellung von sortenreinen Edelbränden.

 

Der Brenner/die Brennerin verarbeitet die Früchte zu einer Maische und lässt diese mehrere Wochen gären. Danach wird die Maische vorsichtig erhitzt, bis der entstandene Alkohol verdampft. Klingt einfach, ist im Detail jedoch eine Kunst!

 

Die fertigen Brände müssen vor der professionellen Verkostung durch Edelbrandsommeliers noch eine Weile lagern, um ihr volles Aroma zu entwickeln. Wir sind schon sehr gespannt!

 

Bilder (von links nach rechts):

Georg Loferer bei der Ernte; Herr und Frau Hau (Brenner aus Holzkirchen) waschen, sortieren und entstielen die winzigen "Haferbirnen"; nur die besten Früchte werden eingemaischt; zurück bleiben Stiele, Blätter und angefaulte Früchte.

 

Umzug ins Freiland

9. Juli 2020:

 

Die Veredelungen sind zuverlässig angewachsen und haben üppige Neutriebe gebildet. Bisher wohl behütet im Gewächshaus dürfen unsere nachgezogenen Jungbäume nun ins Freiland umziehen, damit sie sich zu widerstandsfähigen Gehölzen entwickeln.

 

 

Und los geht's!

Übergabe der Reiser an Baumschule Schmitt (von links nach rechts: Johann Schmitt, Harald Lorenz, Georg Loferer, Johann Schmitt jun.)
Übergabe der Reiser an Baumschule Schmitt (von links nach rechts: Johann Schmitt, Harald Lorenz, Georg Loferer, Justus Schmitt)

04. März 2020:

 

Schon seit Anfang des Jahres war Projektmitarbeiter und Pomologe Georg Loferer in den 6 Landkreisen unterwegs, um von den Altbäumen mit unbekannten und besonders seltenen Sorten Reiser - also einjährige Triebe - für die Nachzucht zu schneiden. Am 4. März konnten dann Reiser von insgesamt rd. 150 Apfel- und Birnensorten der Obstbaumschule J. Schmitt für die Veredelung auf vorbereiteten Unterlagen übergeben werden.

 

Stark vergreiste Bäume, die keine brauchbaren Reiser liefern, bekamen einen Anregungsschnitt, so dass im Folgejahr zumindest partiell ein guter Austrieb erwartet werden darf.

 

Wenn alles gut läuft, werden die Veredelungen bald austreiben und ist damit das Fortbestehen der Sorten gesichert.

Aktion Streuobst der LfL

Unter dem Motto "Aktion Streuobst" finden Sie auf der Internetseite der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) diverse Veranstaltungsangebote zum Thema Streuobst in ganz Bayern.

 

Sehen Sie sich ruhig weiter um auf der Seite der LfL! Sie finden dort verschiedenste weiterführende Informationen rund um das Thema "Streuobst".

LOGO der Aktion Streuobst der LfL

Veranstaltungshinweis:

Der Verein für Gartenbau und Landespflege, Kreisverband Dachau e. V. bietet ein umfangreiches Streuobstseminar in 4 Modulen an.

Flyer zum Großen Streuobstseminar 2020 des Kreisverbandes Dachau

Weitere Informationen finden Sie unter

https://kreisverband-dachau.de/streuobst