Gärten der "Vergessenen"

Die "vergessenen Sorten" werden in Sortenerhaltungs- und -schaugärten in allen sechs Landkreisen eine Chance zum dauerhaften Überleben bekommen. 

In den Landkreisen Rosenheim und Traunstein sind sehr große Anlagen vorgesehen, die jeweils das vollständige Sortiment beherbergen können. In den anderen Landkreisen wird es jeweils eine kleinere, aber gezielte Auswahl zu entdecken geben.

 

In den Gärten sollen diverse Veranstaltungen angeboten werden: Führungen, Schnittkurse, Veredelungskurse, Streuobsttage für Schulkinder und vieles mehr. Schließlich wollen wir, dass jedermann die vergessenen Sorten neu entdecken kann - pflücken, riechen, reinbeißen!

 

In 2023 werden die ersten Sortenerhaltungsgärten für Besucher geöffnet. In der Zwischenzeit werden wir Sie hier und in der Rubrik AKTUELL über unsere Arbeitsfortschritte informieren.

 

Im Moment sind wir mit der Planung der Sortenerhaltungsgärten und vor allem mit der zeitaufwändigen Nachzucht der Sorten beschäftigt:

 

 

Obstsorten erhalten durch gezielte Vermehrung

Von unseren "unbekannten" Apfel- oder Birnensorten gibt es oft nur noch wenige und meist sehr alte Bäume. Um sie in eine Zukunft zu führen, müssen sie so schnell wie möglich vermehrt werden. Hierzu werden von den Altbäumen Reiser (einjährige Triebe, Bild rechts außen) geschnitten und diese auf Jungbäume, sogenannte Unterlagen (Bild rechts), veredelt. Das Verfahren wird "Kopulation" genannt. Wie dies im Detail funktioniert, können Sie hier nachlesen. 

Unterlagen (Jungbäume als Basis für die Veredelung)
Reiser von den unbekannten Apfel- und Birnensorten

Sobald die Veredelungen ausgetrieben haben, lebt die Sorte weiter, auch wenn der Altbaum bei einem Sturmereignis zu Bruch geht.

Nachzucht in der Baumschule

Im Frühjahr 2020 wurde mit der systematischen Nachzucht in der Baumschule begonnen. Projektpartner ist hierbei die Obstbaumschule Johann Schmitt in Poxdorf. Es werden von jeder Sorte zunächst je 2 Hochstämme und 2 Spindelbäume gezogen. Sie werden bis Herbst 2022 bzw. 2023 herangewachsen sein und für die Auspflanzung in Erhaltungsgärten in den Landkreisen Traunstein und Rosenheim zur Verfügung stehen.

 

Die Hochstämme werden auf Stammbildner ("Maunzen" und "Gellerts Butterbirne") veredelt, um stabile und einheitlich geradwüchsige Stämme zu erhalten; die Spindeln werden auf Unterlage B9 (Apfel) sowie auf Quitte BA 29 mit Zwischenveredelung "Gellerts Butterbirne" veredelt.

 

Die Spindelbäume haben den Vorteil, dass bereits im Jahr nach der Pflanzung erste Früchte erwartet werden dürfen. Wir sind gespannt!

 

Die Finanzierung erfolgt in großen Teilen aus Landschaftspflegemitteln (LNPR).

Bäume brauchen Zeit zum Wachsen

Im Herbst 2022 werden die ersten nachgezogenen Sorten auspflanzfertig sein. Ab Herbst 2023 können Sie in den bis dahin entstandenen Sortenerhaltungsgärten in Rosenheim und Traunstein die ersten Früchte begutachten und verkosten.

 

 

 

 

Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld!