Gärten der "Vergessenen"

Obstsorten erhalten durch gezielte Nachzucht

Von unseren "unbekannten" Apfel- oder Birnensorten gibt es oft nur noch wenige und meist sehr alte Bäume. Um sie in eine Zukunft zu führen, mussten sie so schnell wie möglich vermehrt werden. Hierzu wurden von den Altbäumen Reiser (einjährige Triebe, Bild rechts außen) geschnitten und diese auf Jungbäume, sogenannte Unterlagen (Bild links), veredelt. Das Verfahren wird "Kopulation" genannt. Wie dies im Detail funktioniert, können Sie hier nachlesen. 

Unterlagen (Jungbäume als Basis für die Veredelung)
Reiser von den unbekannten Apfel- und Birnensorten

Sobald die Veredelungen ausgetrieben haben, lebt die Sorte weiter, auch wenn der Altbaum bei einem Sturmereignis zu Bruch geht oder etwa gefällt wird.

Nachzucht in der Baumschule

Im Frühjahr 2020 wurde mit der systematischen Nachzucht in der Baumschule begonnen. Projektpartner ist hierbei die Obstbaumschule Johann Schmitt in Poxdorf. Es wurden von jeder Sorte zunächst je 2 Hochstämme und 2 Spindelbäume veredelt. Sie wachsen in der Baumschule gut behütet heran und werden dann verteilt über die Jahre 2022 bis 2024 in den Sortenerhaltungsgärten ausgepflanzt.

 

Die Hochstämme werden auf Stammbildner ("Maunzen" und "Gellerts Butterbirne") veredelt, um stabile und einheitlich geradwüchsige Stämme zu erhalten; die Spindeln werden auf Unterlage B9 (Apfel) sowie auf Quitte BA 29 mit Zwischenveredelung "Gellerts Butterbirne" veredelt.

 

Die Spindelbäume haben den Vorteil, dass Sie oftmals bereits im Jahr nach der Pflanzung erste Früchte bilden. Wir freuen uns also schon auf Herbst 2023!

 

Die Finanzierung erfolgt in großen Teilen aus Landschaftspflegemitteln (LNPR).

Sie haben selbst eine seltene Obstsorte?

 

Wenn Sie selbst einen alten Obstbaum haben, den Sie gerne nachziehen lassen möchten, dann schauen Sie doch mal hier...