Genetische Untersuchung der Sorten

DNA-Fingerprints

Mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung durch die Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) konnten in 2019 genetische Untersuchungen durchgeführt werden.  Hierfür wurden in den Sommer- und Herbstmonaten Blattproben von insgesamt 220 Bäumen mit bis dahin unbekannten Sorten eingesammelt und zur Erstellung von sogenannten "DNA-Fingerprints" (genetische Fingerabdrücke) an ein Genetik-Labor in der Schweiz (ECOGENICS GmbH) gesendet.

 

Die DNA-Fingerprints unserer Sorten wurden mit den Datensätzen verglichen, die in der Deutschen Gendatenbank Obst (Apfelsorten) und der Schweizer Gendatenbank (Birnensorten) gespeichert sind.

 

Im Ergebnis konnten 59 unserer Apfelbäume und 12 unserer Birnbäume bereits erfassten Sorten zugewiesen werden.

Weitere 42 Apfel- und 71 Birnensorten blieben jedoch weiterhin unbekannt.  

Auch die in den Folgejahren auftauchenden, pomologisch nicht bestimmbaren Sorten wurden genetisch untersucht, so dass wir in der Zwischenzeit eine beachtliche Gendatenbank aufgebaut haben. Immer wieder sind dabei Sorten aufgetaucht, die tatsächlich bisher in keiner Datenbank erfasst waren bzw. deren Vorkommen in unserer Region recht außergewöhnlich ist. In der Zwischenzeit haben wir auch Abgleiche mit der Obstgenbank Österreich sowie mit anderen Sortenerhaltungsprojekten. Mit Spannung erwarten wir die Veröffentlichung einer Europäischen Datenbank, weil damit schnelle Abgleiche mit allen in Europa vorhandenen Sortensammlungen möglich werden. Vielleicht bekommt dadurch die eine oder andere bisher namenlose Sorte doch noch einen Namen und eine Geschichte.